Microsoft bringt im Laufe diesen Monats sein neues Büropaket auf den Markt – mit dem pragmatischen Namen Office 2010 -, und schon entspinnt sich im Netz die Diskussion, ob man solche eine Software angesichts der Möglichkeiten des Cloud-Computing und zahlreicher Open-Source-Angebote überhaupt noch braucht.
Ein schlagendes Argument für die Cloud-Variante ist die On-Demand-Infrastruktur – also Rechner, Speicher und Netze – sowie die On-Demand-Software, die Betriebssysteme, Anwendungen, Middleware und Management- und Entwicklungstools zu Verfügung stellt. Die eingesetzte Hard- und Software kann damit stets dynamisch an die Erfordernisse angepasst werden. Textverarbeitung, E-Mail und Tabellenkalkulation können ohne Software-Installation erledigt werden – und das unentgeltlich. Dokumente werden einfach auf Internet-Servern abgelegt und auf Wunsch für die Bearbeitung durch andere frei freigeben.
Microsoft passt sich vorsichtig an
Microsoft reagiert auf das konkurrierende System mit einem Office-Paket als Webdienst. Es handelt sich um eine deutlich abgespeckte Version, die im Browser-Fenster ohne Plugins läuft. Das Angebot erleichtert vor allem die Teamarbeit, denn auf Texte, Tabellen und Präsentations-Software können alle Mitarbeiter gleichzeitig zugreifen. Es spielt auch keine Rolle mehr, von welcher Plattform der Zugriff erfolgt – vom Mac oder Linux-PC sehen die Dokumente trotzdem gleich aus. Gespeichert werden können bis zu 25 Gigabyte Nutzerdaten auf einer Skydive-Festplatte. Wer sich die Browser-Version einmal angucken will, kann das kostenlos bei Windows Live
Office für Traditionalisten
Wer’s lieber klassisch, also mit lokaler Installation mag, der kann sich günstig einer Starter-Edition von Word und Excel bedienen. Die soll in Zukunft so gut wie auf allen neuen PCs installiert sein. Das Paket ist allerdings eine deutlich eingeschränkte Version, die Reklame-Einblendungen gleich mitliefert.
Für Traditionalisten gibt’s außerdem drei weitere Varianten: „Home & Student“ kostet 140 Euro und beinhaltet Word, Excel, Powerpoint und One Note, darf in Privathaushalten auf drei PCs genutzt werden, aber nicht geschäftlich.
„Home & Business“ ist für 380 Euro zu haben und hat zusätzlich noch Outlook dabei. Die Version „Professional“ wartet außerdem mit Acces und dem Publisher auf – 700 Euro muss man dafür springen lassen. Allerdings gibt’s für Lehrer, Schüler und Studenten einen satten Rabatt – 110 Euro müssen die nur zahlen.
Soll ich also?
Was den Inhalt angeht, ist Office 2010 keine Revolution. Wer genaueres wissen will, findet im folgenden Artikel einen Überblick über Menüstruktur, neue Funktionen und Anwenderfreundlichkeit. Wird der PC nur als Schreib- und Rechenmaschine genutzt, kann man ohne Bedenken bei einer alten Office-Version bleiben. Wer jedoch das Internet für Gemeinschaftsprojekte nutzen will, wie etwa Blogs und soziale Netzwerke, dem kann man die Aktualisierung durchaus empfehlen.
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